Warum nimmt man Log-Video auf?

Log-Video bewahrt Details in Lichtern und Schatten und schafft mehr Spielraum beim Color Grading (Farbkorrektur im Schnittprogramm). Das ist nützlich bei Gesichtern vor hellen Fenstern, harter Sonne auf der Haut oder detailreichen Wolken. Auch bei Lichtwechseln zwischen Aufnahmen bleiben mehr Möglichkeiten für das Color Grading erhalten. Log Cam: RAW 4K Video Camera zeichnet Log-Video für diesen Workflow auf. 1,2,3

Mehmet Ali Kisacik 4 Min. Lesezeit
Ein Kameramann filmt einen Mann am See.
Foto von Jonathan Borba auf Pexels

Das Wichtigste in Kürze

  • Log-Video bewahrt Details in Lichtern und Schatten und lässt später mehr Spielraum beim Color Grading.
  • Nutze Log-Video bei Gesichtern im Gegenlicht, harter Sonne auf Haut, detailreichen Himmeln und anderen Szenen mit großen Helligkeitsunterschieden.
  • Log-Video bewahrt mehr Sensorinformationen. Das gibt beim Color Grading mehr Spielraum für Kontrast und Farbe nach der Aufnahme.
  • Nutze Log-Video bei schnellen Drehs, weil Möglichkeiten beim Color Grading offenbleiben, wenn sich das Licht zwischen Aufnahmen ändert.
  • Unternehmensfilme, Dokumentationen, unabhängige Filme und Marken-Dokumentationen nutzen Log-Video, wenn ein hochwertiger filmischer Look weiterhin wichtig ist.
  • Wenn kein Color Grading vorgesehen ist, wähle statt Log-Video einen Kamera-Workflow, der den gewünschten Look direkt bei der Aufnahme liefert.

Log-Video ist bei großen Helligkeitsunterschieden besonders nützlich

Viele nutzen Log-Video, wenn ein Bild zugleich wichtige helle und dunkle Bereiche enthält. Sony nennt Gegenlicht, helles Sonnenlicht und Himmel. Bei stärker verarbeiteten Aufnahmen können solche Motive Tonwertabstufungen verlieren. Log-Video bewahrt mehr dieser Tonwertinformationen für den Schnitt. So hat die Kameraperson mehr Spielraum, das finale Bild zu gestalten.1

Wann Log-Video besonders nützlich ist

  • Ein Gesicht vor einem hellen Fenster, bei dem auf beiden Seiten Details erhalten bleiben sollen.
  • Haut in harter Mittagssonne mit hellen Lichtern und tiefen Schatten im Gesicht.
  • Eine Landschaft mit sichtbaren Wolkendetails im hellen Himmel über dunklerem Boden.
  • Eine schnelle Dokumentaraufnahme, bei der sich das Lichtniveau während der Aufnahme ändert.1,2

Log-Video bewahrt Belichtungsverhältnisse bis zum finalen Look

Das Prinzip beginnt bei der Kurve. ARRI erklärt, dass logarithmische Kodierung Belichtungsstufen über einen großen Bereich in einem linearen Verhältnis zum kodierten Signal hält. Steigt die Belichtung um eine Blendenstufe, steigt das kodierte Signal jeweils um denselben Betrag. Diese Struktur bewahrt die Belichtungsverhältnisse vor dem Tone Mapping und vor dem finalen Kontrast für die Anzeige.4

Dieses Verhältnis ist wichtig, weil die Display-Transformation erst später erfolgt. Laut ARRI braucht Log-Video Tone Mapping und eine Transformation in den Zielfarbraum, bevor es korrekt dargestellt werden kann. Eine 3D-LUT kann diese Umwandlung übernehmen. Der Log-Clip enthält zunächst eine auf die Aufnahme ausgelegte Kodierung. Finaler Kontrast und Farbe entstehen erst später im Workflow.4

Mehr Sensorinformationen schaffen mehr Spielraum beim Color Grading

Sony zufolge bewahren Log-Gammakurven mehr Informationen vom Kamerasensor. Dadurch bietet das Color Grading mehr Spielraum. Apple beschreibt denselben praktischen Vorteil anhand von Lichtern und Schatten. Bleiben dort Details erhalten, lassen sich Kontrast und Farbe formen, bevor eine Display-Transformation den finalen Look festlegt.1,2,4

Diese Flexibilität ist wichtig, wenn das Team den finalen Stil nicht schon bei der Aufnahme festlegt. In einer Dokumentation kann auf ein Interview bei weichem Fensterlicht eine helle Außenaufnahme folgen. Beide Clips sollen später zusammenpassen. Log-Video bewahrt Tonwertinformationen aus jeder Szene. Dadurch bleiben Entscheidungen beim Color Grading auch nach Aufnahmeende offen.1,2

Aufnahmen bei wechselndem Licht später angleichen

Ein Mann bedient draußen eine Filmkamera.
Foto von Kyle Loftus auf Pexels

Apple beschreibt Log-Video als gute Wahl für schnelle Drehs mit wechselndem Licht, weil Möglichkeiten beim Color Grading erhalten bleiben. Der Vorteil zeigt sich bei einer Folge von Aufnahmen, die zusammen stimmig wirken sollen. Die Kameraperson kann bei Lichtwechseln Details bewahren. Danach lässt sich die Sequenz beim Color Grading in eine einheitliche visuelle Richtung bringen.2

Beispiele für Lichtwechsel und dafür, wie Log-Video Möglichkeiten beim Color Grading erhält.1,2
SituationWas ändert sich?Warum hilft Log-Video?
Interview im GegenlichtHelligkeit von Person und FensterBewahrt Tonwertabstufungen in hellen und dunklen Bereichen
Person in harter SonneLichter auf der Haut und Schatten im GesichtBewahrt mehr Tonwertinformationen für das Color Grading
Wolkenreiche LandschaftHeller Himmel vor dunklerem BodenBewahrt Details, die sich später gestalten lassen
Schnelle DokumentarsequenzLicht von Aufnahme zu AufnahmeBewahrt über die gesamte Sequenz mehr Möglichkeiten beim Color Grading

Log-Video passt zu Produktionen mit sorgfältig abgestimmtem Color Grading

Apple nennt Unternehmensfilme, Dokumentarfilme und unabhängige Filmproduktionen als typische Einsatzbereiche für Log-Video. Solche Projekte verbinden oft einen filmischen Look mit schnellem Arbeiten und wechselndem Licht. Apple nennt außerdem Marken-Dokumentationen, wenn eine schnelle Fertigstellung wichtig ist und das Ergebnis dennoch hochwertig wirken soll.2

Nutze Log-Video nur, wenn du Color Grading einplanst

Log-Video ist keine gute Wahl, wenn der Clip bereits fertig aussehen muss und kein Color Grading vorgesehen ist. Apple zufolge braucht Log-Video Color Grading, weil das unbearbeitete Bild flau wirkt. Wähle in diesem Fall einen Kamera-Workflow, der den gewünschten Look schon bei der Aufnahme liefert.2

Häufige Fragen

Braucht Log-Video Color Grading?
Ja. Log-Video braucht Color Grading, damit das Bild am Ende wie beabsichtigt aussieht. Laut Apple wirkt das unbearbeitete Bild davor flau. Plane das Color Grading schon vor der Aufnahme ein. 2
Ist Log-Video nur für Kinoproduktionen gedacht?
Nein. Apple nennt Unternehmensproduktionen, Dokumentarfilme, unabhängige Filme und Marken-Dokumentationen als praktische Einsatzbereiche für Log-Video. Der Grund ist in allen Fällen derselbe: Log-Video bewahrt Details und schafft Spielraum für hochwertiges Color Grading. 2
Kann Log-Video helfen, wenn sich das Licht während eines Drehs ändert?
Ja. Apple beschreibt Log-Video als nützlich für schnelle Drehs mit wechselndem Licht, weil Möglichkeiten beim Color Grading erhalten bleiben. Sony nennt außerdem Gegenlicht, helles Sonnenlicht und detailreiche Himmel als Situationen, in denen Log-Video Tonwertabstufungen bewahrt. 1,2

Quellen

  1. 1.Sony, “Shooting with S-Log for color grading,” support.d-imaging.sony.co.jp
  2. 2.Apple, “About standard, log, and RAW video,” support.apple.com
  3. 3.Mehmet Ali Kisacik, “Log Cam: RAW 4K Video Camera,” apps.apple.com
  4. 4.ARRI, “Log C | Image Science | Learn & Help,” arri.com